Günstiger Strom: Flexible Tarife bieten Sparpotenzial

Deutschland führt beim Strompreis seit 2019 die europäische Strompreisliste an. Die aktuellen Strompreise sind so hoch wie nie zuvor. Und das, obwohl ein Überangebot an Strom vorhanden ist. Geld sparen bei einem festen Stromtarif ist nur bei einem Anbieterwechsel möglich. Den günstigsten Stromanbieter zu finden, ist aber gar nicht so leicht. Neues Sparpotenzial bieten Stromanbieter mit flexiblen Stromtarifen.

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Fester Strompreis trotz viel Sonne und Wind

Die Windräder auf den Feldern drehen sich, die Sonne scheint. Allerdings hat das auf die aktuellen Strompreise der meisten Energieanbieter keinen Einfluss. Erneuerbare Energiequellen scheinen auch zur sonnenreichsten Zeit keinen Preisvorteil für private Kunden mit festem Stromtarif-Vertrag zu bieten. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Preis für Strom gegenüber dem Strompreis 2020 seit Anfang dieses Jahres laut Bundesumweltministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sogar weiter von 31,37 Cents pro kWh auf 31,89 Cents pro kWh gestiegen. Durch einen Wechsel des Stromversorgers können Haushalte zwar mehrere hundert Euro im Jahr sparen, doch noch besser fürs Portemonnaie für Haushalte mit hohem Energieverbrauch sind flexibel anpassbare Tarife. Dann kann das E-Auto geladen werden, wenn der Strom günstig ist. 

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Preis für Strom schwankt

Der Strompreis unterliegt ähnlich dem Benzinpreis verschiedenen Schwankungen. Er orientiert sich unter anderem an Wetter- und Bedarfsprognosen. Strom wird für Deutschland an der Strombörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig gehandelt. Dort werden die Preise für Energie stetig neu definiert und für die Strommärkte in Europa eingekauft sowie verkauft. Die Einkaufskonditionen an der Strombörse sind abgesehen von Margen und speziellen Rabatten für alle Anbieter gleich. Eine genaue Prognose, um Strom günstig anzubieten, ist aber nur schwer machbar. Daher legen Stromanbieter ihre Stromtarife fest, um ihr Risiko für langfristige Preisgarantien an die Stromverbraucher zu minimieren. Beim derzeitigen Überangebot an Strom und im Fall eines hohen Energieverbrauchs mit vielen Stromverbrauchern im Haushalt lohnt es sich aber über einen flexibel anpassbaren Strompreis nachzudenken. Ein Stromanbieter Vergleich ist auch in wenigen Minuten schon online machbar.

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Wozu ist ein dynamischer Stromtarif gut?

Bei einem dynamischen Stromtarif werden zeitlich gefallene oder gestiegene Strompreise an den Stromkunden weitergegeben. Der Strom kostet in der dynamischen Stromform unterschiedlich viel. Der Energieversorger legt die Zusammensetzung der Strompreise fest. Diese können sich beispielsweise an dem Börsenstrompreis orientieren. Bisher haben Stromnutzer den starren Strompreis nicht umgehen können. Mit einem intelligentem Messsystem ist das jetzt schon möglich. Es lohnt sich dann Strom zu beziehen, wenn er auch günstig ist. Schließlich entstehen negative Preise, wenn mehr Energie angeboten wird, als Verbraucher nutzen können. Mit dem hohen Anteil von rund fünfzig Prozent an erneuerbaren Energien passiert das immer häufiger, da sich Sonnen- und Windenergie schwer prognostizieren lassen. 

Weitere Vorteile flexibler Stromtarife

  • Ein flexibler Stromtarif entlastet die Stromnetze und verringert die Stromkosten. Denn so kann zu bestimmten Tageszeiten günstiger Strom genutzt werden
  • Ausbau Erneuerbarer Energien bei sicherer Stromversorgung kommt voran, somit wird die Energiewende gefördert
  • Mehr Transparenz in der Abrechnung durch den Einsatz von intelligenten Messsystemen und Förderung der Digitalisierung
  • Vorteile für E-Auto-Fahrer: Flexibler Strompreis mit Wallboxen nutzbar
  • Viel Einsparpotenzial bei großen Haushalten, denn die Dynamik der Preise für Energie kann an den Endkunden mithilfe von Smart Meter weitergereicht werden
  • Transparenz durch einen an der Strombörse angelehnten Strompreis pro Kilowattstunde

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Wie kann man das Einsparpotenzial der flexiblen Strompreise für sich selbst nutzen?

Dank technischer Möglichkeiten und eines smarten Messsystems können Verbraucher wie E-Autos und Wärmepumpen künftig vom Überangebot an Strom und durch die Abrechnung pro Kilowattstunde profitieren. Mit einem dynamischen Preissystem werden laufend die Preise für Strom optimiert. Beispielsweise kann das Elektroauto über Nacht laden, wenn sonst kaum jemand Strom nutzt. 

Stromfresser wie elektrische Herde und Geschirrspüler könnten bei Sonnenschein tagsüber von geringen Energiekosten profitieren, weil dann besonders viel Solarstrom ins Netz drängt und günstiger Strom verfügbar wird. Smarte Stromzähler ersetzen nach und nach den klassischen, analogen Stromzähler. Der Smart Meter übermittelt den Stromverbrauch minutengenau an den Stromanbieter und auch der Kunde hat volle Transparenz über seinen Stromverbrauch.

Welche Unternehmen bieten flexible Strompreise an?

Einer der ersten Stromanbieter mit flexiblen Strompreisen ist das Berliner Unternehmen Awattar. Das Start-up bietet die genaue Abrechnung des Verbrauchs zu Börsenpreisen. Der Vorteil: Je mehr Sonnen- und Windenergie im Netz ist, desto mehr sinken die Kosten. Auch einige Stadtwerke haben für ihre Kunden flexible Strompreise im Angebot. Ansonsten wirbt das Stromportal Tibber mit flexibler Strompreisgestaltung und einer Grundgebühr von 3,99 Euro. Es lohnt sich verschiedene Stromanbieter für eine günstige Energieversorgung zu vergleichen. Der Strompreis pro Kilowattstunde schwankt bei einem flexiblen Tarif zum Teil erheblich.

Wann gilt eine Smart-Meter-Pflicht?

Haushalte mit einem Jahresstromverbrauch von über 6000 kWh, was durchschnittlich mit fünf oder mehr Personen oder der Nutzung von Elektroautos und Wärmepumpen erreicht werden kann, sind verpflichtet ein intelligentes Messsystem zu nutzen. Außerdem sind Smart Meter für private Haushalte verpflichtend, wenn Solaranlagen mit einer Leistung von sieben kW bis 100 kW installierter Leistung Strom erzeugen, Verbraucher ein verringertes Netzentgelt für beispielsweise eine Wärmepumpe zahlen oder eigene Ladepunkte für ihr Elektroauto installiert haben. Intelligente Ladesysteme versorgen Verbraucher und Netzbetreiber mit den Informationen zu Erzeugung und Verbrauch des Stroms. Die Obergrenze liegt bei 100.000 kWh.

Wie setzen sich die Strompreise zusammen?

  1. Größter Kostenpunkt sind die Steuern wie die Mehrwertsteuer, Stromsteuer auf den Verbrauch von Strom und die EEG-Umlage
  2. Beschaffungsgebühr und Vertrieb des Stroms: die Kosten für den Einkauf von Strom unterscheiden sich je nach Händler – teilweise stark
  3. Netzentgelte; diese umfassen die Kosten der Netzbetreiber für den Energietransport und -verteilung sowie Instandhaltung des Stromnetzes